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Erster Spatenstich für PV-Carports an Neuer Messe

von Peter Krutsch | 11.09.2026

Start für ein innovatives Pilotprojekt an der Neuen Messe: Auf dem benachbarten Park+Ride-Platz beginnt der Bau einer Photovoltaik-Anlage, die sowohl Sonnenenergie in Leipzigs Stromnetz speisen als auch Autofahrer beim Ein- und Aussteigen vor Regen schützen wird. Ab Mai 2027 sollen die PV-Carports am Messegelände Solar-Strom für Leipzig liefern.

Die Sonne ist zum ersten Spatenstich noch nicht ganz da. Aber sie hat ja auch noch ein paar Monate Zeit. Dann, im kommenden Jahr, wird sie gebraucht für eine neue innovative Solarstrom-Anlage auf der Neuen Messe Leipzig. Dr. Maik Piehler, Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke, Staatssekretär Sebastian Scheel vom Wirtschaftsministerium des Freistaats Sachsen, Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal und Baubürgermeister Thomas Dienberg haben nun gemeinsam den Bauauftakt gefeiert. Damit startet offiziell die Errichtung des mit zwei Millionen Euro vom Freistaat Sachsen geförderten innovativen Pilotprojekts sogenannter Photovoltaik-Carports mit über 2.100 Solarpaneelen auf 330 Park-and-Ride-Parkplätzen der Neuen Messe Leipzig. In Betrieb gehen sollen die PV-Carports ab Mai 2027.

Die Leipziger Kommunale Energieeffizienz GmbH (LKE), ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Leipzig, baut und betreibt künftig die Anlage. „In Zusammenarbeit zwischen Stadt und Stadtwerke-Tochter LKE wurden mehr als 50 PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von drei Megawattpeak auf kommunalen Gebäuden installiert. Die neue P+R-Anlage ist für eine jährliche Stromerzeugung von 915.000 Kilowattstunden ausgelegt. Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von rund 300 Haushalten“, sagt Piehler. „Als Impulsgeber für erneuerbare Energien bündeln wir dafür vor Ort unsere Kompetenzen für die Gestaltung einer lebenswerten und klimafreundlichen Stadt. PV-Carport-Strom ist lokal erzeugter ökologischer Strom, der bereits vorhandene, versiegelte Flächen nachhaltig nutzt.“

Sebastian Scheel betont: „Projekte wie diese PV-Carports sind ein Musterbeispiel für intelligente Flächennutzung. Kommunen können mit Investitionen in erneuerbare Energien ihre Energieautonomie stärken und gleichzeitig einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Anlagen wie diese verbinden zudem Klimaschutz mit Klimaanpassung – sie erzeugen lokal sauberen Strom, vermeiden CO₂-Emissionen und schützen Fahrzeuge sowie Flächen vor Extremwetter wie Hagel, Hitze und Starkregen.“

2100 Solar-Paneele auf 330 Park+Ride-Plätzen liefern Strom für 300 Haushalte

Spatenstich PV-Carports Neue Messe

Erster Spatenstich für PV-Carports: Thomas Dienberg, Heiko Rosenthal, Sebastian Schell und Dr. Maik Piehler (von links) greifen zu.

„Wir verwandeln urbane Verkehrsflächen intelligent in nachhaltige, kraftvolle Energielieferanten und beweisen als Stadt damit erneut unsere Vorreiterrolle beim Klimaschutz“, sagt Rosenthal. „Da dieser saubere Solarstrom direkt in das Netz unserer Stadt fließen wird, ist er künftig ein echter Mehrwert für alle Leipzigerinnen und Leipziger. Die PV-Carports an der Neuen Messe sind ein Baustein der städtischen Klimaschutzstrategie und der Zielstellung des Stadtrats, einer klimaneutral agierenden Verwaltung. Mit dem Pilotprojekt für den flächenschonenden Ausbau erneuerbarer Energien sparen wir nicht nur 335 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ein, sondern erhöhen in Zeiten schwankender Märkte deutlich die Versorgungs- und Planungssicherheit, was auf lange Sicht den städtischen Haushalt entlasten wird. Zudem werden Parkplatzflächen doppelt genutzt, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln.“

Gefördert werden die PV-Carports aus den Mitteln des Kommunalen Energie- und Klimabudgets. Dabei wurden der Stadt Leipzig vom Freistaat Sachsen in den Jahren 2023 und 2024 jeweils eine Million Euro zugewiesen, die explizit für den Ausbau erneuerbarer Energien vorgesehen sind.

Aufgrund der integrierten Zusammenarbeit zwischen LKE und den Ämtern des Gebäudemanagements, des Mobilitäts- und Tiefbauamtes und dem Referat Nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz steht das Pilotprojekt von Beginn an für eine Win-Win-Win Situation: So wird neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien am P+R-Parkplatz auch der Ansatz der nachhaltigen Mobilität mit der Nutzung von E-Ladesäulen vor Ort und dem direkten Umstieg auf den ÖPNV (Straßenbahnanbindung/S-Bahn-Anbindung) verfolgt und zusätzlich ein begrüntes Muldenrigolen-System zur Rückhaltung und Versickerung von Niederschlagswasser eingebaut, um die Menschen vor möglichen Starkregenereignissen in Zukunft besser zu schützen. An dem P+R Neue Messe betreiben die Leipziger Stadtwerke aktuell zwei Schnell- und vier Normalladestationen. Die Leipziger Verkehrsbetriebe bringen die Menschen von der Haltestelle Georg-Herwegh-Straße mit der Linie 16 in Richtung City und zurück.

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