Mehr als 2.300 Megawattstunden Ökostrom: Leipzig baut Photovoltaik auf kommunalen Dächern weiter aus
von Simone Liss | 09.07.2025
von Simone Liss | 23.04.2026
Mehr als 2.300 Megawattstunden Ökostrom im vergangenen Jahr: Leipzig baut Photovoltaik auf kommunalen Dächern weiter aus und steigt im Rahmen der Sächsischen Energietage vom 27. bis 30. April mit Interessierten auf zwei Schuldächer.
Auch auf dem Dach der Stadtreinigung Leipzig hat die LKE eine PV-Anlage errichtet.
Auch auf dem Dach der Stadtreinigung Leipzig hat die LKE eine PV-Anlage errichtet.
Energiewende vor Ort: Am 27. und 30. April steigen die PV-Experten der LKE mit 15 Interessierten auf das Dach der Gerda-Taro-Schule.
Ihnen steigt niemand aufs Dach? Die Leipziger Stadtwerke schon. Doch nicht, um jemanden zur Rechenschaft zu ziehen, sondern um Rechenschaft abzulegen: über die Photovoltaik (PV)-Ausbau-Bilanz der Stadtwerke-Tochter LKE. Die Leipziger Kommunale Energieeffizienz GmbH ist auf ganzheitliche Energielösungen spezialisiert und hat 2025 PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 0,52 Megawatt-Peak (MWp) auf Dächern von Leipziger Schulen, Sporthallen und -bädern, Kindertagesstätten, Kliniken und Feuerwachen neu installiert.
Zum Jahresende 2025 waren in Leipzig insgesamt 45 kommunale Gebäude mit Fotovoltaik-Anlagen ausgerüstet. Sie haben im vergangenen Jahr bereits mehr als 2.300 Megawattstunden Strom erzeugt. Im laufenden Jahr sollen es 2.600 MWh werden.
Am 27. und 30. April steigen die PV-Experten der LKE mit 15 Interessierten auf das Dach der Gerda-Taro-Schule, um vor Ort zu zeigen, wie auf Leipziger Schulen sauberer Strom erzeugt wird, wie die Technik funktioniert und welchen Nutzen sie hat.
Energiewende vor Ort: Am 27. und 30. April steigen die PV-Experten der LKE mit 15 Interessierten auf das Dach der Gerda-Taro-Schule.
Energiewende vor Ort: Am 28. und 29. April geht’s aufs Dach der Johanna-Moosdorf-Schule in der Philipp-Rosental-Straße.
Am 28. und 29. April geht’s dann aufs Dach der Johanna-Moosdorf-Schule. Hier haben 15 Interessierte die Möglichkeit zu erfahren, wie PV-Projekte geplant und umgesetzt werden und welchen Beitrag sie zur nachhaltigen Stadtentwicklung leisten.
Die Aktion findet im Rahmen der Sächsischen Energietage 2026 statt. Vom 25. April bis 23. Mai laden die Sächsischen Energietage unter der Schirmherrschaft des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz dazu ein, die Energiewende hautnah zu erleben. Unter dem Motto „Neue Energie für Sachsen. Praxis. Mehrwert. Erleben.“ öffnen auch die Leipziger Stadtwerke ihre Türen und zeigen, wie die Energieversorgung von morgen in Leipzig konkret aussieht – unter anderem bei einer Führung durch das Heizkraftwerk Leipzig Süd oder bei einem Rundgang durch das Fernwärme-Pilotquartier Südvorstadt-West.
„Bei unseren Veranstaltungen bekommt man verständliche Einblicke, erlebt echte Orte des Wandels und die Möglichkeit, Fragen direkt zu stellen. Gerade wenn man bisher wenig Berührungspunkte mit erneuerbaren Energien hatte, wird das Thema hier greifbar. Wir bieten die Möglichkeit, Anlagen zu besichtigen, Baustellen aus nächster Nähe zu erleben und mit Menschen zu sprechen, die sich täglich mit Energie beschäftigen“, sagt LKE-Geschäftsführer Stephan Klan.
Energiewende vor Ort: Am 28. und 29. April geht’s aufs Dach der Johanna-Moosdorf-Schule in der Philipp-Rosental-Straße.
LKE-Geschäftsführer Stephan Klan
Leipzig verfügt über rund 3.000 kommunale Dachflächen – auf Schulen, Sporthallen, Kindertagesstätten, Feuerwachen, Sportbädern, Depots und anderen Liegenschaften. Nur ein Teil davon eignet sich für die Solarstromerzeugung. Nach einem Ratsbeschluss aus dem Jahr 2021 sollen durch die Stadtwerke-Tochter LKE jährlich auf etwa 20 bis 30 dieser Dächer PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1 bis 1,5 MWp errichtet werden. Theoretisch könnten so jedes Jahr rund 300 Haushalte mehr ihren Strombedarf aus der Sonnenenergie decken.
Das Ziel wurde bislang jedoch nur einmal erreicht. Im Jahr 2024 gelang es der LKE, auf kommunalen Dächern Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1,1 MWp zu installieren. Im vergangenen Jahr kamen 0,52 MWp hinzu, und 2026 werden es voraussichtlich 0,85 MWp sein. Das zuletzt geringere Ausbautempo hat mehrere Ursachen – unter anderem die Haushaltlage, schärfere Brandschutzbestimmungen und neue Versicherungs-Richtlinien.
Insgesamt sind seit Beginn der Kooperation zwischen Stadt und LKE rund drei MWp errichtet worden. Diese Selbstversorgung mit Strom sorgt auch für eine Entlastung des städtischen Haushalts bei Investitions-, Instandhaltungs- und Betriebskosten.
LKE-Geschäftsführer Stephan Klan
In diesem Jahr geht die Stadt beim Solar-Ausbau noch einen weiteren Weg. Dazu wird erstmals ein Teil eines öffentlichen Parkplatzes mit PV-Modulen überdacht.
Ab September errichtet die LKE auf dem Park & Ride-Platz Leipziger Messe in Wiederitzsch 15 sogenannte Solarcarports, die jeweils 22 Stellplätze überspannen. Insgesamt soll so über rund einem Drittel der dortigen Stellplätze Sonnenstrom erzeugt werden.
Die 1-MWp-Anlage soll im Mai 2027 in Betrieb gehen. Mit zwei Millionen Euro beteiligt sich der Freistaat Sachsen an den Investitionskosten. Eine halbe Million Euro trägt die Stadt Leipzig selbst.
Die Solar-Carports liefern aber nicht nur jährlich rund 915.000 Kilowattstunden grünen Strom und tragen damit zur Vermeidung von 335 Tonnen Treibhausgasemissionen pro Jahr bei. Die darunter parkenden Autos sind dann auch vor Regen und Sonneneinstrahlung geschützt.