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LVB-Abschlussbericht: Konsequenzen aus den Schäden nach der Hitze 2026

von Marc Backhaus | 14.09.2026

Nach den schweren Schäden am Schienennetz der LVB nach der Hitze im Sommer 2026 hat der TÜV SÜD Rail seinen Abschlussbericht vorgestellt. Das Ziel: Lehren aus dem Vorfall ziehen und das Netz klimaresilienter machen

Reinigungsarbeiten am Gleisnetz

Was im Sommer 2026 geschah

  • Rekordhitze: Leipzig erlebte am 27. Juni mit über 40 Grad Celsius den heißesten Tag seit Beginn der Aufzeichnungen. An den Schienen und Fugen wurden sogar mehr als 70 Grad gemessen.
  • Schäden und Betriebsstopp: Rund 36 Kilometer Gleisnetz verunreinigten sich durch schmelzendes Fugen-Bitumen, weshalb der Betrieb eingestellt werden musste. Allein in Leipzig entstand ein Schaden von rund 1,8 Millionen Euro. Auch Städte wie Budapest, Nürnberg und Essen waren betroffen.
  • Große Hilfsbereitschaft: Dank des Einsatzes von fast 2.000 Menschen, die die Schienen reinigten, konnte das Liniennetz im Juli schrittweise wieder komplett in Betrieb gehen.

Die Ergebnisse des TÜV-Gutachtens

Der TÜV SÜD Rail untersuchte im Auftrag der LVB unter anderem Bauakten, führte Materialprüfungen im Labor durch und nahm Fugen visuell unter die Lupe.

Zentrale Erkenntnis: Es gab nicht die eine Ursache. Vielmehr führten extreme Rekordhitze über mehrere Tage und die starke Belastung der Gleise durch den Auto-, Lkw- und Busverkehr zu den massiven Schäden.

Der TÜV empfiehlt weiterhin den Einsatz von bituminöser Fugenmasse. Fordert jedoch eine strengere Baukontrolle und Optimierungen – etwa, dass Fugen tiefer unter dem Schienenkopf eingebaut werden. Zudem wird geprüft, ob die Fugenmasse künftig mit Kunststoffgranulat veredelt werden kann.

Der LVB-Hitzeplan und nächste Schritte

Der Deutsche Wetterdienst verzeichnete 2026 den zweitwärmsten Sommer seit Messbeginn. Die Erkenntnisse des Gutachtens fließen nun direkt in unseren Hitzeplan ein:

  • zweistufiges System: Bei Temperaturen ab 33 Grad bzw. 38 Grad greifen feste Maßnahmen zur Überwachung, Kühlung oder – im Ernstfall – zur Sperrung einzelner Strecken.
  • Ausbesserungsarbeiten: Ein Großteil der beschädigten Fugen soll bis zum Jahresende wieder instandgesetzt werden. Dabei kann es zu kurzfristigen Sperrungen kommen 

„Wir werden uns weiter systematisch mit den Auswirkungen des Klimawandels beschäftigen und gemeinsam mit Experten nach zukunftsfähigen Lösungen suchen."

Stefan Röll

LVB-Bereichsleiter Infrastruktur

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