Erster Spatenstich für PV-Carports an Neuer Messe Leipzig
Mittwoch, 9. September 2026
Leipzig erhält eine neue innovative Solarstrom-Anlage an der Neuen Messe Leipzig. Dr. Maik Piehler, Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke, Staatssekretär Sebastian Scheel und Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal haben heute gemeinsam den ersten Spatenstich vorgenommen. Damit startet offiziell der Bau des mit zwei Millionen Euro vom Freistaat Sachsen geförderten innovativen Pilotprojekts sogenannter Photovoltaik-Carports mit über 2.100 Solarpaneelen auf 330 Park-and-Ride-Parkplätzen der Neuen Messe Leipzig. In Betrieb gehen soll die Anlage ab Mai nächsten Jahres.
Die Leipziger Kommunale Energieeffizienz GmbH (LKE), ein Tochterunternehmen der Leipziger Stadtwerke, baut und betreibt künftig die Anlage. „In Zusammenarbeit zwischen Stadt und Stadtwerke-Tochter LKE wurden mehr als 50 PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von drei Megawattpeak auf kommunalen Gebäuden installiert. Die neue P+R-Anlage ist für eine jährliche Stromerzeugung von 915.000 Kilowattstunden ausgelegt. Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von rund 300 Haushalten“, sagt Dr. Maik Piehler, Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke. „Als Impulsgeber für erneuerbare Energien bündeln wir dafür vor Ort unsere Kompetenzen für die Gestaltung einer lebenswerten und klimafreundlichen Stadt. PV-Carport-Strom ist lokal erzeugter ökologischer Strom, der bereits vorhandene, versiegelte Flächen nachhaltig nutzt.“
Sebastian Scheel, Sachsens Staatssekretär für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, betont: „Projekte wie dieses sind ein Musterbeispiel für intelligente Flächennutzung. Kommunen können mit Investitionen in erneuerbare Energien ihre Energieautonomie stärken und gleichzeitig einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Anlagen wie diese verbinden zudem Klimaschutz mit Klimaanpassung – sie erzeugen lokal sauberen Strom, vermeiden CO₂-Emissionen und schützen Fahrzeuge sowie Flächen vor Extremwetter wie Hagel, Hitze und Starkregen.“
Bügermeister Rosenthal: „Baustein der städtischen Klimaschutzstrategie“
„Wir verwandeln urbane Verkehrsflächen intelligent in nachhaltige, kraftvolle Energielieferanten und beweisen als Stadt damit erneut unsere Vorreiterrolle beim Klimaschutz“, sagt Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal. „Da dieser saubere Solarstrom direkt in das Netz unserer Stadt fließen wird, ist er künftig ein echter Mehrwert für alle Leipzigerinnen und Leipziger. Die PV-Anlage an der Neuen Messe ist ein Baustein der städtischen Klimaschutzstrategie und der Zielstellung des Stadtrats, einer klimaneutral agierenden Verwaltung. Mit dem Pilotprojekt für den flächenschonenden Ausbau erneuerbarer Energien sparen wir nicht nur 335 Tonnen CO₂ pro Jahr ein, sondern erhöhen in Zeiten schwankender Märkte deutlich die Versorgungs- und Planungssicherheit, was auf lange Sicht den städtischen Haushalt entlasten wird. Zudem werden Parkplatzflächen doppelt genutzt, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln.“
Gefördert wird das Pilotprojekt aus den Mitteln des Kommunalen Energie- und Klimabudgets. Dabei wurden der Stadt Leipzig vom Freistaat Sachsen in den Jahren 2023 und 2024 jeweils eine Million Euro zugewiesen, die explizit für den Ausbau erneuerbarer Energien vorgesehen sind.
Aufgrund der integrierten Zusammenarbeit zwischen LKE und den Ämtern des Gebäudemanagements, des Mobilitäts- und Tiefbauamtes und dem Referat Nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz steht das Pilotprojekt von Beginn an für eine Win-Win-Win Situation. So wird neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien am P+R-Parkplatz auch der Ansatz der nachhaltigen Mobilität mit der Nutzung von E-Ladesäulen vor Ort und dem direkten Umstieg auf den ÖPNV (Straßenbahnanbindung/S-Bahn-Anbindung) verfolgt. Zusätzlich wird ein begrüntes Muldenrigolen-System zur Rückhaltung und Versickerung von Niederschlagswasser eingebaut, um die Menschen vor möglichen Starkregenereignissen in Zukunft besser zu schützen. Am P+R Am Messegelände betreiben die Leipziger Stadtwerke aktuell zwei Schnell- und vier Normalladestationen. Die Leipziger Verkehrsbetriebe bringen die Menschen von der nahen Haltestelle Georg-Herwegh-Straße mit der Linie 16 in Richtung City und zurück.