Zweite Bauphase am Hauptbahnhof startet, Linie 7 fährt wieder bis Böhlitz-Ehrenberg
Freitag, 24. Juli 2026
Die Gleisarbeiten am Hauptbahnhof starten wie geplant am Montag, 27. Juli, in eine neue Bauphase. Bereits vor zwei Wochen begannen sie an den stark verschlissenen Gleiskurven in die Kurt-Schumacher-Straße: Neben dem Auto- und Lkw-Verkehr nutzen bis zu 900 Straßenbahnen täglich die Anlagen, die nun erneuert werden müssen. Für LVB-Kunden bedeutet dies zahlreiche Angebotsanpassungen, der Autoverkehr wird weiter großräumig umgeleitet. Auch ab Montag fährt die Straßenbahnlinie 7 wieder früher als geplant bis nach Böhlitz-Ehrenberg über die Georg-Schwarz-Brücken.
Hauptbahnhof bleibt immer erreichbar
Noch bis zum 16. August wird die Gleiskreuzung unmittelbar westlich des Bahnhofsvorplatzes erneuert. Die Gleise A, B, C und D sind dafür ab 27. Juli vollständig gesperrt. Der Hauptbahnhof wird über die Haltestellen Westseite und Wintergartenstraße bedient. Die Haltestelle Goerdelerring ist wieder erreichbar. Die Linien 2, 3, 8 und 39 sowie die Nachtbusse verkehren unverändert zu Bauphase 1. Zusätzlich kommen die Baulinien 31 und 36 zum Einsatz.
An den Steigen am Hauptbahnhof fahren die folgenden Linien:
- Steige E/F (Hbf., Westseite): Straßenbahnlinien 1, 9, 11, 12, 14, 15 und 16
- Steige G/H (Hbf., Wintergartenstraße): Straßenbahnlinien 3, 4, 7, 8, 31, 36 und N17
- Steige I/J (Hbf., Goethestraße): Buslinie 89 sowie Nachtbusse N1 – N9 und SEV N10
- Steig U (Ersatzhaltestelle am Mobiturm): Buslinien 72/73
Die Straßenbahn-Baulinie 31 ist zwischen Mockau, Post und Meusdorf im Einsatz und ersetzt die Linie 1 in Schönefeld sowie die 15 auf der Prager Straße. Zwischen Lößnig und Hauptbahnhof Wintergartenstraße, fährt die Baulinie 36 über Deutsche Nationalbibliothek, Bayrischer Bahnhof als Ersatz für Straßenbahnlinie 16. Baulinie 39 ist weiterhin zwischen Angerbrücke und Lößnig über Felsenkeller, Wilhelm-Leuschner-Platz und Connewitzer Kreuz im Einsatz. Alle Informationen zum Angebot der LVB finden Sie unter www.L.de/hauptbahnhof
Parallel dazu arbeiten die Leipziger Verkehrsbetriebe weiter an der Erneuerung ihres Gleisnetzes, unter anderem in Stötteritz, Schkeuditz und der Dieskaustraße. Gemeinsam mit dem TÜV Süd Rail treiben die LVB zudem die Untersuchung des Hitzeschadenereignises im Gleisnetz voran. Der beauftragte Gutachter will erste Ergebnisse im dritten Quartal 2026 vorlegen. Zuvor erfolgen eine umfassende Bestands- und Schadensanalyse, die Prüfung von Planungs- und Bauunterlagen sowie umfangreiche Laboruntersuchungen. Erst auf Grundlage dieser Erkenntnisse können konkrete Maßnahmen abgeleitet werden, um vergleichbare Schäden künftig zu vermeiden.
Fugeneinbau unter neuen Prämissen
Die erforderlichen Schienenlängsfugen werden mit dem bislang eingesetzten und zugelassenen Material eingebaut. Grundlage dieser Entscheidung waren umfassende fachliche Bewertungen und Risikoabwägungen sowie geltende Vorschriften und Regelwerke. Ein Verzicht auf den Einbau würde erhebliche technische, betriebliche und wirtschaftliche Risiken verursachen, darunter mögliche Infrastrukturschäden, zusätzliche Sperrungen, Gewährleistungsverluste sowie Verzögerungen und Mehrkosten bis hin zu Baustopps. Der Einbau erfolgt unter intensivierten Qualitäts-, Dokumentations- und Überwachungsanforderungen sowie einem ergänzenden Inspektionskonzept. Das Vorgehen wird zudem durch den beauftragten Gutachter fachlich unterstützt. Gleichzeitig werden Einbau, Kontrolle und Dokumentation nochmals engmaschig verschärft, um hohe Qualitätsstandards umzusetzen. So stellen die LVB sicher, dass notwendige Bauarbeiten fortgeführt werden können, ohne zusätzliche Verzögerungen und Belastungen für Fahrgäste und Anwohner zu verursachen. Die Schienenfugen bleiben dabei ein notwendiger Bestandteil des Gleisbaus. Sie sorgen dafür, dass insbesondere in den Wintermonaten Schäden durch eindringendes und gefrierendes Wasser vermieden werden können. Zudem helfen sie, temperaturbedingte Spannungen im Gleis auszugleichen.
Straßenbahnen fahren wieder bis Böhlitz-Ehrenberg
Eine Woche früher als geplant, fahren die Leipziger Verkehrsbetriebe ab 27. Juli wieder mit Straßenbahnen bis Böhlitz-Ehrenberg. Nach einer Gleishavarie mussten die Gleise auf den Georg-Schwarz-Brücken ungeplant erneuert werden. Dank zahlreicher Baupartner konnte die Gleiserneuerung trotz Brückenzustands umgesetzt werden. Der Brückenneubau der Stadt Leipzig geht wie geplant weiter. Informationen dazu hier.