Richtig heizen: So kann der Winter kommen

Bis zu 75 Prozent des gesamten Energiebedarfs eines Haushaltes entfallen auf die Heizung – mit ein paar Kniffen kannst du hier also ordentlich Energie sparen und deine Heizkosten senken. Und das, ohne zu frieren. Denn schon kleine Handgriffe können eine große Wirkung erzielen, wenn’s ums Heizkosten-Senken geht.

Mach den Heizungscheck – bis spätestens 2024

Im Oktober 2022 ist die so genannte Mittelfristenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung (EnSimiMaV) in Kraft getreten. Sie sieht vor, dass der Eigentümer eines Gebäudes seine Gasheizung von einer Fachkraft überprüfen lassen muss. Das kann ein Schornsteinfeger, ein Installateur bzw. Heizungsbauer oder ein Energieberater sein. Dieser Heizungs-Check muss bis spätestens 15. September 2024 erfolgen. Stellt der Prüfer dabei fest, dass es Optimierungsbedarf gibt, ist der Eigentümer verpflichtet, entsprechende Maßnahmen durchzuführen. Für Gebäude mit Gaszentralheizung ist zudem ein hydraulischer Abgleich Pflicht. Er soll sicherstellen, dass die Wärme im Haus gleichmäßig auf alle Wohneinheiten verteilt wird. 

So kannst du als Mieter sofort Heizkosten sparen

Bewusster heizen bringt’s: Schon eine geringe Senkung der Raumtemperatur wirkt sich spürbar auf Verbrauch und Kosten aus. Hier ein paar Tipps zur heizkostensparenden Nutzung. 

Klar, im Winter haben wir‘s gern schön warm zuhause. Doch bevor du voll aufdrehst, solltest du bedenken: Jedes Grad mehr bedeutet etwa sechs Prozent mehr Heizenergie. Doch welche Temperaturen sind im Wohnbereich empfehlenswert? Im Wohnzimmer sind um die 20 Grad Celsius ideal, während in der Küche 18 Grad und im Schlafzimmer 17 bis 18 Grad ausreichen (sehr viel niedriger sollten die Temperaturen nicht sein, da sonst Schimmelbildung droht). Im Badezimmer kann es mit 20 bis 22 Grad wiederum etwas wärmer sein.

Übrigens: Wer in der Nacht friert, ist mit einer Wärmflasche besser bedient als mit einem stark beheizten Schlafzimmer. Das hilft Energie sparen und Heizkosten senken.

Das Thermostatventil regelt den Durchfluss im Heizkörper – abhängig von der gemessenen Raumtemperatur. Wenn diese höher ist, weil beispielsweise Sonne durch die Fenster scheint oder viele Menschen im Raum sind, wird die Wärmezufuhr automatisch gedrosselt. Die Mittelstufe 3 entspricht dabei etwa 20 Grad Celsius. Moderne Thermostatventile halten die Temperatur genauer als ältere – so kann man vier bis acht Prozent Energie sparen.

Wenn du aus dem Haus gehst, solltest du die Heizung runterstellen, um Energie zu sparen – eigentlich selbstverständlich. Was aber viele nicht wissen: Die Heizung komplett abzudrehen, ist keine gute Idee! Denn dann kühlen die Wände aus, und es braucht später mehr Energie, um die Zimmer wieder warm zu bekommen. Außerdem sind dauerhaft kalte Räume anfälliger für Schimmelbildung (besonders, wenn zudem auch noch wenig gelüftet wird). Unter 16 Grad Celsius sollte die Raumtemperatur daher nicht fallen.

Über die Fenster geht relativ viel Wärme verloren. Wenn du am Abend die Rollläden schließt, kannst du den nächtlichen Wärmeverlust um bis zu 20 Prozent minimieren. Außerdem solltest du die Heizung über Nacht herunterdrehen, um Heizkosten zu sparen. Meist geschieht das automatisch über die Nachtabsenkung, die direkt an der Heizungsanlage eingestellt wird. Falls du unsicher bist, ob das auch in deiner Wohnung so funktioniert, kann ein Gespräch mit dem Vermieter hilfreich sein.

Übrigens: Wenn du die Vorhänge zuziehst, kannst du tatsächlich noch ein paar zusätzliche Prozent Energie sparen!

Will man richtig heizen, muss man auch richtig lüften. Gerade in der Wintersaison gilt: Stoßlüften statt Fenster ankippen. Öffne dafür mehrmals am Tag fünf Minuten lang sämtliche Fenster, sodass im besten Fall Durchzug entsteht. Sind die Fenster hingegen über einen längeren Zeitraum angekippt, kühlen die Wände aus. Die Folge: Man muss hinterher wieder mehr heizen. Übrigens: Stoßlüften bringt nicht nur frischen Sauerstoff in die Wohnung, sondern senkt auch die Luftfeuchtigkeit – und damit das Risiko, dass sich Schimmel bildet.

Der Heizkörper ist aufgedreht , bleibt aber trotzdem kalt oder ist nur stellenweise warm? Dann solltest du prüfen, ob er zu viel Luft enthält, und ihn ggf. entlüften. Anschließend heizt der Heizkörper garantiert wieder schneller und gleichmäßiger.

Der Heizkörper strömt wohlige Wärme aus? Umso wichtiger, dass sich diese auch gut im Raum verteilen kann. Deshalb sollten Möbel und Vorhänge mindestens eine Handbreit vom Heizkörper entfernt sein. Ansonsten kommt es schnell zu Wärmestaus - und das kann ins Geld gehen: Bis zu 20 Prozent Mehrkosten sind dadurch möglich. Also, umräumen und Heizkosten sparen!

So kannst du als Eigentümer Heizkosten sparen

Noch keinen Termin für den Heizungscheck bekommen? Du kannst die Energieeffizienz deiner Gasheizung schon jetzt verbessern – mit kleinen Maßnahmen, die trotzdem ordentlich Wirkung zeigen. Spart Energie und Geld!

Viele Heizungsanlagen in Deutschland sind nicht optimal eingestellt. Dabei kann man hier richtig viel Energie sparen! Überprüfe deshalb unbedingt die Einstellungen deiner Heizung und passe sie ggf. an. Neben der Nachtabsenkung gibt es nämlich auch Unterschiede zwischen Sommer- und Winterbetrieb. Während im Winter Warmwasser und Heizung gleichermaßen laufen müssen, kann der Heizkreislauf in den Sommermonaten weitgehend abgeschaltet bleiben. Und nicht zuletzt muss die Vorlauftemperatur optimal eingestellt sein: So niedrig wie möglich und so hoch wie nötig. Wie hoch die Vorlauftemperatur sein sollte? Das hängt unter anderem davon ab, wie das Haus gedämmt ist, ob es einzelne Heizkörper oder eine Fußbodenheizung gibt, und wie alt die Heizung ist.

Mit einer Nachtabsenkung kannst du besonders im Altbau ohne Dämmung Heizkosten sparen. Dabei wird die nächtliche Temperatur in der Wohnung um wenige Grad heruntergefahren. Du kannst das direkt an der Heizungsanlage einstellen. Bei gut gedämmten Neubauten kann eine Nachtabsenkung hingegen kontraproduktiv sein, weil das morgendliche Aufheizen des Hauses die Einsparung wieder wett macht.

Die Temperatur, mit der das Heizwasser in den Heizkreislauf kommt, sollte passgenau eingestellt sein. Hierfür gibt es keine pauschale Empfehlung, denn die ideale Höhe der Vorlauftemperatur hängt von mehreren Faktoren ab: Je kälter es draußen ist und je schlechter das Haus gedämmt ist, umso höher sollte sie sein. Doch was passiert, wenn die Vorlauftemperatur zu hoch ist? Dann sorgen die Thermostate an den Heizkörpern dafür, dass die Räume nicht automatisch überhitzen. Beim Heizkosten-Senken hilft das aber nicht – spätestens bei der nächsten Abrechnung wirst du es merken.

Du wohnst in einem Altbau und willst deine Heizkosten nachhaltig senken? Dann solltest du über eine nachträgliche Dämmung nachdenken. Allein mit der Dämmung des Daches kannst du nämlich schon bis zu 30 Prozent Energie sparen. Durch die Sanierung von Fenstern und Türen sind weitere fünf bis zehn Prozent möglich. Wenn du dein Haus energetisch modernisierst, musst du allerdings die Vorgaben der Energieeinsparverordnung 2014 einhalten, ansonsten können Bußgelder drohen. Es gibt sogar Fälle, in denen die Eigentümer zur Nachrüstung verpflichtet sind.

Kennst du schon die Umwelt.plus-Angebote der Leipziger Stadtwerke – exklusiv für ihre Kunden? Hier warten attraktive Zuschüsse auf dich. Zum Beispiel 30 Euro, wenn du einen Heizungs-Check in Kooperation mit der SHK-Innung Leipzig durchführen lässt. Oder 4 mal 90 Euro Wartungszuschuss für deine neue Erdgasbrennwertheizung. Hier erfährst du mehr darüber.

Heiztechnik im Überblick

Tschüss, Gas, Öl und Kohle! Mit dem Umstieg auf zukunftsweisende Heiztechnik kannst du nicht nur Energie sparen, sondern langfristig auch zur Senkung der CO2-Emmissionen beitragen.

Doch welche Alternativen gibt es zur Gas- oder Ölheizung?

Eine Wärmepumpe nutzt die in Luft, Wasser und im Erdreich gespeicherte Energie und wandelt diese in Wärme. Damit kannst du heizen und deine Warmwasserversorgung sichern. Tauschst du eine Öl-, Nachtspeicher-, Kohle- oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung gegen eine Wärmepumpe aus, erhältst du zudem bis zu 40 Prozent der Kosten vom Staat zurück (über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)).

Heizung erneuern mit der Kraft der Sonne? Mit Solarthermie geht das! Die Sonnenkollektoren auf dem Dach erzeugen Wärme, die sich zum Heizen und zum Erhitzen des Trinkwassers nutzen lässt. Und das Beste: Wenn du eine solarthermische Anlage für dein Zuhause planst, unterstützen dich die Leipziger Stadtwerke ganz konkret finanziell. Wir übernehmen 10 Prozent deiner Investitionskosten (max. 1.000 Euro pro Anlage, gilt nur für Kunden der Leipziger Stadtwerke).

Wenn es um nachhaltige Lösungen zum Energiesparen geht, gewinnen Hybridheizungen immer mehr an Bedeutung. Sie kombinieren verschiedene Heizsysteme, zum Beispiel eine Wärmepumpe mit einer Gasheizung. So lassen sich erneuerbare Energien sinnvoll einsetzen: Wenn die Umweltheizung nicht ausreicht, springt die konventionelle Heizung zur Unterstützung ein. Hier kannst mehr darüber erfahren.

Für die Leipziger Fernwärme kombinieren wir erneuerbare, innovative und konventionelle Technologien. Etwa ein Drittel aller Leipziger beziehen bereits Fernwärme von den Leipziger Stadtwerken – und es sollen noch mehr werden. Dafür bauen wir das Netz kontinuierlich aus. Aktuell schließen wir Plagwitz an das Fernwärmenetz an.

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