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Deutschlands größte Solarthermie-Anlage geht in Leipzig in den Betrieb

von Peter Krutsch | 18.06.2026

Ihr Baubeginn war 2024, jetzt startet sie: die Solarthermie Leipzig West. Zur feierlichen Inbetriebnahme lobten viele Gäste das Groß-Projekt. Nach ersten Einspeisungen ins Netz wird die Solarthermie-Anlage ab Sommer im Dauerbetrieb laufen und klimafreundliche Wärme fürs lokale Fernwärme-Netz liefern. Ein Meilenstein der Wärmewende.

Solarthermie Juni 2026

Die Sonne spiegelt sich in den Kollektoren der Solarthermie Leipzig West: Blick auf Deutschlands größte Solarthermie aus der Vogelperspektive.

Das Wetter ist wie bestellt: Die Sonne strahlt zum Start der neuen Solarthermie Leipzig West und spiegelt sich im riesigen Feld aus Kollektoren. Auch bei den zahlreichen Gästen herrscht sonnige Stimmung. Zu ihnen gehört auch Sebastian Scheel, sächsischer Staatssekretär für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz. „Leipzig und seine Stadtwerke sind ein starker Impulsgeber bei der Gewährleistung von Versorgungssicherheit, die im Einklang mit Klimafreundlichkeit steht", sagt Scheel. „Sowohl beim Ausbau des städtischen Fernwärme-Netzes, bei der cleveren Abwärme-Nutzung aus Leuna für Leipzig als auch beim Thema Solarthermie geht Leipzig voran und setzt überregional wichtige Zeichen.“ Auch Leipzigs Klimabürgermeister Heiko Rosenthal lässt es sich nicht nehmen, beim Start der neuen Solarthermie-Anlage vor Ort dabei zu sein. „Die neue Solarthermie Leipzig West zeigt, wie erneuerbare Energien und Artenschutz verbunden werden können“, so Rosenthal. „Um Leipzigs Klimaschutzziele zu erreichen, treiben wir die klimaneutrale Strom- und Wärmeversorgung voran, die auf hochmoderne Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und den Ausbau erneuerbarer Energien setzt - von Windenergie über Photovoltaik auf kommunalen Gebäuden bis hin zur Nutzung der Sonnenenergie für Fernwärme."

Karsten Rogall, Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke, betont beim Gang über das Areal: „Nachhaltigkeit heißt für uns, Versorgungssicherheit und Klimaschutz zusammenzudenken und voranzutreiben. Die neue Solarthermie-Anlage ist ein weiterer Beweis dafür. Wir erhöhen damit den Anteil erneuerbarer Energie in unserem Fernwärmesystem.“ 

Im Sommer liefert die Anlage täglich bis zu rund 20 Prozent für den Leipziger Wärmebedarf, übers Jahr sind es im Schnitt rund 2 Prozent. „Wir sind stolz auf die hochmoderne Anlage, die als weiterer Baustein eines robusten Portfolios nun einen Beitrag für Leipzigs Wärmewende leistet, und somit unseren Energie-Mix ergänzt“, sagt sein Geschäftsführer-Kollege Maik Piehler. Die Leipziger Stadtwerke investieren dafür rund 40 Millionen Euro, davon werden rund 16 Millionen Euro gefördert.

Wärme, Wiese, Weide: Versorgungssicherheit trifft Umweltfreundlichkeit

Inbetriebnahme mit Gästen: Erik Jelinek, Maik Piehler, Sebastian Scheel, Karsten Rogall, Matthias, Johler, Moritz Ritter und Guido Wimmer (von links).

„Wenn wir die jüngste Dynamik der Energiemärkte sehen, muss die Zukunft der Energie in Deutschland ein Mix sein, bei dem die Erneuerbaren wachsen. Sonne spielt dabei eine wichtige Rolle“, sagt Moritz Ritter, Beiratsvorsitzender von Ritter Solartechnik sowie Präsident für Solarthermie im Bundesverband Solarwirtschaft. Das Unternehmen Ritter XL Solar und die Leipziger Stadtwerke hatten die Anlage gemeinsam gebaut. „Wir haben schon mehrere Großprojekte verwirklicht – von Potsdam über Mühlhausen bis Greifswald." Aber die Solarthermie Leipzig West sei eine neue Dimension: die viertgrößte weltweit – und die größte Solarthermie-Anlage Deutschlands. „Letzteres wird sie auch auf Jahre bleiben. Ich bin überzeugt davon, dass das Konzept nach Leipziger Vorbild in ganz Deutschland sinnvoll sein könnte.“ 

Matthias Johler, Geschäftsführer des Unternehmens Ritter Solartechnik, zu welchem die Marke Ritter XL Solar gehört, betont die Effizienz der eingesetzten Technik: „Im westlichsten Stadtteil Leipzigs ist eine hochmoderne Anlage entstanden. Wir setzen hier auf unser modernstes intelligentes System: Ein Algorithmus steuert die Anlage so effizient wie möglich. Die Technik misst die Sonneneinstrahlung im Kollektorfeld und steuert entsprechend die Fließgeschwindigkeit des Wassers, welches in den Kollektoren erhitzt wird.“ Je weniger Sonne scheine, desto langsamer fließe das Wasser, um sich zu erwärmen. Der Vakuum-Kollektor funktioniere zudem wie eine Thermoskanne - innen heiß, außen kalt. 

Nach der Bauzeit hole sich die Natur dann den Raum wieder zurück, so Stadtwerke-Projektleiter Erik Jelinek. Der Großteil der Solarthermie Leipzig West seien unversiegelte Flächen - mit Blühwiesen, Obstbäumen, Mischhecken. Eine Schafherde sorge dafür, dass das Grün nicht überhand nehme. „Aus der Erfahrung können wir sagen, dass auch Igel, Hasen, Kaninchen, Insekten und Vögel hier eine Heimat finden", erzählt Guido Wimmer, Projektleiter bei Ritter XL Solar, „Erneuerbare und Natur – hier kommt beides zusammen.”

 

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