Wie fühlt es sich an, wenn man das bislang größte Projekt seines Lebens erfolgreich beendet? „Hm“, sagt Erik Jelinek, „ziemlich gut. Ich bin dankbar dafür, diese Chance bekommen zu haben. So etwas macht man nicht alle Tage.“
Der 37-Jährige steht auf einem Erdhaufen am Rande des Geländes der neuen Solarthermie Leipzig West. In deren Kollektoren spiegelt sich der Himmel. Es ist Juni. Noch in diesem Monat startet die Inbetriebnahme. Die Anlage speist dann, nach zweieinhalb Jahren Bauzeit, von der Sonne erhitztes, bis zu 110 Grad heißes Wasser ins Fernwärme-Netz ein. So vermeiden die Stadtwerke im Jahr mehr als 7.000 Tonnen CO₂. Technisch ist alles fertig, die Inbetriebsetzung läuft auf Hochtouren. Nur noch wenige Restarbeiten für die Fläche sind zu tun. Jelinek schaut zufrieden übers Kollektoren-Feld. „Ein tolles Team-Ergebnis.“
Das Ergebnis ist aktuell die größte Solarthermie Deutschlands. Im Sommer liefert die Solarthermie Leipzig West bis zu rund 20 Prozent des täglichen Leipziger Wärmebedarfs, übers Jahr im Schnitt rund zwei Prozent. Nicht nur ihre Energie, auch ihre Bewirtschaftung ist umweltfreundlich. Unter den Kollektoren grünt das Gras. Der Löwenzahn blüht. Bald gibt es Blühwiesen und Mischhecken – und Raum für tierische Gäste. Die ersten sind schon da. Hasen. Krähen. Igel. Im Hügel, auf dem Jelinek steht, hat es sich ein Fuchs gemütlich gemacht. „Das Tier stand auf einmal am helllichten Tag hier und schaute uns an, so nach dem Motto: Was macht Ihr den hier?“