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Hitzeschäden 2026: LVB stellen Gutachten des TÜV SÜD Rail und weiteres Vorgehen vor

Montag, 14. September 2026

Nach den Hitzeschäden im Sommer 2026 an der Infrastruktur der Leipziger Verkehrsbetriebe stellte der TÜV SÜD Rail am Montag, 14. September, einen Abschlussbericht vor, um solche Schäden in Zukunft zu vermeiden und die Infrastruktur klimaresilienter für die Zukunft aufzustellen. Ende Juni waren circa 36 Kilometer Gleisnetz durch Fugen-Bitumen verunreinigt, der Betrieb musste eingestellt werden. Der Deutsche Wetterdienst verzeichnete den zweitwärmsten Sommer seit Wetteraufzeichnung, inklusive der Verdopplung der Hitzetage mit tropischen Nächten. In Leipzig wurde am 27. Juni 2026 der heißeste Tag mit über 40 Grad gemessen. Allein an Schienen und Fugen verzeichneten die LVB mehr als 70 Grad. In Leipzig entstand dadurch ein Schaden von bis zu 4,5 Millionen Euro. Auch in anderen europäischen Städten, wie Budapest, Nürnberg oder Essen kam es zu erheblichen Schadensbildern und Einschränkungen für Kunden. Schrittweise, dank des Einsatzes von fast 2.000 Menschen, die die Schienen wieder reinigten, konnte das Linienangebot im Juli wieder komplett aufgenommen werden.

"Mit dem vorliegenden TÜV-Gutachten wollen wir nun den von uns entwickelten LVB-Hitzeplan weiter untersetzen, um zukünftige Schäden zu verhindern, und für die Zukunft weiter eine klimaresiliente Infrastruktur zu betreiben. Dies ist mit Blick auf die prognostizierten Klimaveränderungen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", so Toralf Müller, Geschäftsführer Technik und Betrieb der Leipziger Verkehrsbetriebe.

Der TÜV SÜD Rail führte im Auftrag der LVB Untersuchungen durch und nahm u. a. eine visuelle Bestands- und Schadensaufnahme von verschiedenen Jahrzehnten und von Baufirmen hergestellten Fugen vor, prüfte Dokumente der Planungs- und Bauakten und untersuchte das eingesetzte bituminöse Fugenmaterial laboranalytisch. Der Abschlussbericht zeigt deutlich das es nicht einen Auslöser der Hitzeschäden gab, sondern das Zusammenspiel verschiedenster Faktoren wirkte: Durch die Rekord-Hitze mit durchgehend tropischer Hitze über mehrere Tage und die Beanspruchung der Gleise durch den Auto-, Lkw- und Busverkehr kam es zu erheblichen Schäden, die zur Betriebseinstellung führten. Mit Blick auf die Anforderungen an Gleislängsfugen empfiehlt der TÜV SÜD Rail weiterhin den Einsatz bituminöser Fugenmasse, eine Qualitätssicherung durch enge Kontrolle beim Bauen und Einbringen sowie Anpassungen für eine klimaresiliente Infrastruktur. Beispielsweise sollen die Fugen niedriger unter den Schienenkopf eingebaut werden. Eine Veredelung der Fugenmasse mit Kunststoffgranulat zur Vermeidung von Haftung an Reifen und Rädern wird aktuell noch untersucht.

„Für das festgestellte Schadensbild konnte kein einzelner Einflussfaktor als Ursache identifiziert werden. Die Untersuchungsergebnisse sprechen für das Zusammenwirken verschiedener Einflussfaktoren. Als wesentlicher Rahmenfaktor gilt die langanhaltende Hitzeperiode. Gleichzeitig besteht Potenzial zur weiteren Verbesserung der Einbaudokumentation“, so Ian Veigl, Inspector und Lead Auditor beim TÜV Süd Rail.

Die Ergebnisse fließen nun in Grundsätze für klimaresilientes Bauen und Gestaltung der Infrastruktur sowie in den LVB-Hitzeplan ein. So sieht der zweistufige Plan bei 33 bzw. 38 Grad verschiedenste Maßnahmen zur Überwachung, Kühlung und im Zweifel Sperrung einzelner Strecken vor. Bereits im Juli wurde der Hitzeplan angewendet und hat sich bewährt.

"Nur durch das hohe Engagement der Leipziger und der Kollegen der Verkehrsbetriebe sowie der Leipziger Gruppe konnten wir schrittweise den Verkehr wieder aufnehmen. Ein herzlicher Dank an alle, die mitgeholfen haben. Wir werden uns weiter systematisch mit den Auswirkungen der Klimaveränderungen auf unsere Infrastruktur beschäftigen, in der Branche austauschen und mit Experten aus Universitäten, Planungsbüros und Baubetrieben Lösungen für unsere Ansprüche zu entwickeln", so Stefan Röll, Bereichsleiter Infrastruktur der Leipziger Verkehrsbetriebe.

Ein Großteil der beschädigten Fugen im LVB-Netz soll bis zum Jahresende wiederhergestellt werden. Dabei kann es zu kurzfristigen Sperrungen kommen. Die Leipziger Verkehrsbetriebe informieren wie gewohnt über die Verkehrsmeldungen auf L.de oder die App LeipzigMOVE.