LVB-Bahnen fahren ab morgen alle wieder im geplanten Baustellen-Liniennetz
Alle Straßenbahnlinien nach Beseitigung gravierendster Hitzeschäden wieder frei / Linie 12 in Betrieb / Linie 8 nimmt morgen Betrieb auf
Geschafft! Nun läuft auch hier der Straßenbahnverkehr nach Plan: Die Linien 3, 7 und 15 fahren wieder zwischen Angerbrücke und Goerdelerring. Zwischen Neuem Rathaus und Hauptfeuerwache verkehren die Kombi-Linien 12 und 14 auf dem Dittrichring. Die Linie 12 verbindet somit Gohlis-Nord mit dem Rest des Liniennetzes. Morgen bildet die Inbetriebnahme der Linie 8 den Abschluss der außerordentlichen Netzeingriffe. Diese waren wegen Fugen-Schäden aufgrund der Rekord-Hitzewelle mit Höchstständen am 27. und 28. Juni mit bisher so noch nicht verzeichneten 40 Grad in Leipzig (Deutscher Wetterdienst, Messpunkt Leipzig-Holzhausen) nötig geworden. „Nach elf außergewöhnlichen Tagen gilt ab morgen wieder der Normalzustand im Sinne des bereits angekündigten und für die Sommerferien-Zeit üblichen Baustellen-Sonderfahrplans“, sagt Ulf Middelberg, Geschäftsführer der LVB.Aufgrund von Gleiserneuerungen am Hauptbahnhof und in Gohlis fahren die LVB noch bis zum 16. August im Baustellen-Liniennetzplan. Der Nachtverkehr ist ebenfalls angepasst: Die Abfahrten der Nightliner erfolgen in diesem Zeitraum zentral in der Goethestraße. Sie ist das letzte Nadelöhr innerhalb des Liniennetzes und wird aktuell noch von Fugenvergussmasse befreit.„30 Kilometer verunreinigtes Gleis sind gesäubert und 150 Weichen instandgesetzt worden. Ein enormer Kraftakt, den rund 1.500 Mitarbeiter der LVB und der Leipziger Gruppe sowie 550 freiwillige Helfer in gemeinsamer Anstrengung gestemmt haben. Wir wissen das Engagement sehr zu schätzen und bedanken uns herzlich“, so Middelberg. „Das war gelebtes Leipziger Team-Play.“Mit Blick auf mögliche erneute Extrem-Hitze-Ereignisse haben die LVB Handlungsoptionen erarbeitet. In Abhängigkeit von der Luft- und Schienentemperatur sowie den Kontrollparametern für die Gleiskörper werden dann verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Dies geschieht auch in Abstimmung mit dem bereits bestellten Gutachter des TÜV Süd Rail. Seine Expertise fließt in Entscheidungen mit ein, ob die Fugen abgestreut oder mit Wasser gekühlt, einzelne Linien aus dem Netz genommen, Strecken gesperrt oder Busse von Gleisen ferngehalten werden müssen. „Der Hochsommer kommt erst noch. Im Extremfall könnte sich das Lagebild bei Hitze wieder verschärfen. Um die Sicherheit zu gewährleisten und um Schäden zu vermeiden, bleibt das Szenario eines eingeschränkten Verkehrs weiterhin eine Option“, sagt Middelberg.Für die weitere Zukunft wird nun ein langfristiger Hitzeplan - analog der Konzern-Arbeitsanweisung für gefahrendrohendes Wetter für die Wintermonate - weiterentwickelt. Inhalt des Hitzeplans sind Maßnahmen zur Aufrechterhaltung eines sicheren und stabilen Betriebs bei hohen Temperaturen.„Zudem ist unser Fahrpersonal noch einmal besonders sensibilisiert, auf Veränderungen im Fahrweg, speziell die Schienenlängsfugen, zu achten und umgehend der Leitstelle zu melden. Wir werden hitzekritische Bereiche wie den Innenstadtring engmaschiger und intensiver kontrollieren“, sagt Toralf Müller, LVB-Geschäftsführer Technik und Betrieb.