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Was Phosphorrecycling uns allen bringt

von Katja Gläß | 16.02.2026

Phosphor ist ein lebenswichtiger Bestandteil des Körpers und unverzichtbar für die Nahrungsmittelproduktion. Er steckt in allem, was wächst. Gleichzeitig ist Phosphor weltweit nur begrenzt verfügbar. Künftig wollen wir Phosphor aus Abwasser zurückgewinnen.

Luftaufnahme der Vorklärbecken, in denen sich braunes Abwasser befindet

Künftig wollen wir Phosphor aus Abwasser zurückgewinnen

„Was viele nicht wissen: Ein großer Teil des Phosphors gelangt ganz selbstverständlich über den Alltag ins Abwasser – etwa über menschliche Ausscheidungen, über Wasch- und Reinigungsmittel oder über gewerbliche Einleitungen“, berichtet Dr. Ulrich Meyer, Technischer Geschäftsführer der Leipziger Wasserwerke aus dem Abwasseralltag. Pro Einwohner rechne man mit rund zwei Gramm Phosphor am Tag. „Bundesweit summieren sich diese Mengen auf mehrere tausend Tonnen pro Jahr“, sagt er.

Symbol, das das Element P mit einem grünen Blatt verbindet und so den Aspekt des Recyclings und Ressourcenschutz betont

Ab 2029 wird Phosphorrecycling zur Pflicht für große Kläranlagen

Phosphorkreislauf

Lange Zeit ging dieser wertvolle Stoff einfach verloren. Gleichzeitig belastete zu viel Phosphor in Flüssen und Seen die Umwelt, da er das Algenwachstum fördert und die Wasserqualität verschlechtert. Heute ist klar: Phosphor gehört nicht in die Gewässer, sondern zurück in den Wirtschaftskreislauf. Phosphorrecycling bedeutet für Betreiber großer Kläranlagen ab 2029 also, einen wichtigen Rohstoff aus dem Abwasser zurückzugewinnen und erneut nutzbar zu machen – zum Beispiel für die Herstellung von Düngemitteln. Damit entsteht ein geschlossener Kreislauf: Was über Nahrung aufgenommen wird, kann später wieder zur Erzeugung neuer Nahrung beitragen.

Vorteile für die Gesellschaft:

  • Ressourcensicherheit: Deutschland wird unabhängiger von Phosphorimporten aus anderen Ländern und schützt sich vor Lieferengpässen und Preisschwankungen.

  • Umweltschutz: Weniger Phosphor gelangt in Gewässer. Das verbessert die Wasserqualität und schützt Seen, Flüsse und ihre Ökosysteme.

  • Kreislaufwirtschaft: Abfallprodukte werden nicht mehr entsorgt, sondern als Rohstoffe genutzt. Das ist ein zentraler Baustein einer nachhaltigen Wirtschaft.

  • Zukunftsvorsorge: Phosphorrecycling sorgt dafür, dass auch kommende Generationen Zugang zu diesem lebenswichtigen Element haben.

Porträtbild des technischer Geschäftsführers der Leipziger Wasserwerke - Dr. Ulrich Meyer

Dr. Meyer ist der Technische Geschäftsführer der Leipziger Wasserwerke

Phosphorrecycling zeigt damit beispielhaft, wie moderner Umweltschutz funktioniert: technisch anspruchsvoll, aber mit direktem Nutzen für alle

Dr. Ulrich Meyer. 

Was im Abfluss verschwindet, wird nicht länger nur gereinigt, sondern als wertvolle Ressource für die Zukunft gesichert.

Wie Leipzigs Abwasserexperten Phosphor künftig aus Klärschlamm zurückgewinnen wollen, lesen Sie im Blog: Wie wir in Leipzig Phosphor aus Klärschlamm gewinnen

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