Schon gewusst? Leipzig hält Platz 8 der größten Fernwärme-Netze in Deutschland
von Simone Liss | 20.01.2026
von Simone Liss | 23.02.2026
Übung macht den Meister: Der Pilzanger in Knauthain war am 23. Februar Schauplatz einer großen gemeinsamen Löschübung der Berufsfeuerwehr Leipzig Südwest, den Freiwilligen Feuerwehren Leipzig-Süd und Markranstädt sowie der Netz Leipzig GmbH. Die Herausforderung: 60 Kameraden und Netz-Monteure trainierten gemeinsam das Löschen eines Feuers an einer Mitteldruck-Gasleitung.
Gasbrände werden im Normalfall mit Pulver gelöscht. Im Ausnahmefall schlagen Feuerwehren die Gasflamme mit einem Wasserstrahl (Vollstrahl) quer zur Austrittsrichtung ab.
Gasbrände werden im Normalfall mit Pulver gelöscht. Im Ausnahmefall schlagen Feuerwehren die Gasflamme mit einem Wasserstrahl (Vollstrahl) quer zur Austrittsrichtung ab.
Er organisierte die gemeinsame Löschübung von Leipziger Feuerwehren und Netz-Monteuren: Ulf Witte, Gas-Betriebsingenieur der Netz Leipzig GmbH.
Die Rauchwolken, die die Pulverfeuerlöscher über dem Pilzanger erzeugten, waren am Vormittag des 23. Februars bis weit in die Dieskaustraße zu sehen. Anwohner, Ortsteilchronisten, Stellwärter, Fotografen, Pressevertreter – viele Schaulustige hatten sich bei Sonnenschein und Blaulicht-Atmosphäre eingefunden, um die gemeinsame Löschübung von rund 30 Kameraden und Kameradinnen der Berufsfeuerwehr Leipzig Südwest, der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Leipzig-Süd, der FFW Markranstädt sowie rund 30 Monteuren der Netz Leipzig GmbH – ein Tochterunternehmen der Leipziger Stadtwerke – zu verfolgen. Was sie geboten bekamen, war filmreif. Meterhoch schlug die Gasflamme in den Frühlingshimmel und ihr Zischen sorgte für Gänsehaut und Respekt.
Zumindest bei Johannes Schwarz, Teamleiter Anlagen Gas, und Obermonteur Martin Peter. „Für mich war es überraschend zu sehen, dass ein einzelner zwölf-Kilogramm-Pulverfeuerlöscher der Brandklasse ABC nicht ausreicht, um eine Gasflamme dieses Kalibers zu ersticken. Man braucht mindestens zwei bis drei Feuerlöscher dieser Art, um der Gasflamme und dem Druck dahinter Paroli zu bieten“, sagte Johannes Schwarz. Auch die Verwirbelung im Rohrgraben und der starke Wind waren für die Laien eine Herausforderung. „Ich war vor allem beeindruckt, wie nah ran man an die Leckage-Stelle und an die Zündstelle musste, um einen Löscheffekt zu erzielen. Wie unerschrocken geübte Kameraden auf Feuerquellen zugehen und volles Rohr geben – das sieht man nicht alle Tage. Wie routiniert, zielgerichtet und schnell sie vorgehen – alle Achtung“, sagte Martin Peter.
Er organisierte die gemeinsame Löschübung von Leipziger Feuerwehren und Netz-Monteuren: Ulf Witte, Gas-Betriebsingenieur der Netz Leipzig GmbH.
Die Brandschutzexperten der Leipziger Stadtwerke – Christian Kraft und Luise Brandt – zogen nach der Löschübung ein positives Fazit und wollen die Zusammenarbeit mit den Leipziger Feuerwehren intensivieren.
„Wir üben in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit den Kameraden der Feuerwehr Brände unter realitätsnahen Bedingungen, um im Ernstfall Leben zu retten. Heute haben wir den Brand einer Mitteldruck-Gasleitung simuliert. Sie transportiert Gas mit einem Druck zwischen 100 und 1000 Millibar. Wir haben mit bis zu 700 Millibar eine entsprechend hohe, hörbare und sichtbare Gasflamme erzeugt, deren Größe wir über einen Schieber steuern und regulieren konnten“, sagte Ulf Witte, Gas-Betriebsingenieur der Netz Leipzig GmbH. Der 60-Jährige arbeitet seit 34 Jahren für das Leipziger Gasnetz und zeigte sich nach der gemeinsamen Löschübung zufrieden: „Unsere Monteure haben heute eine gute Erfahrung gemacht und wir alle haben viel gelernt.“
Eine Gasflamme sei selbst für Fachleute eine Herausforderung, sagte Christian Kraft, Brandschutzexperte der Leipziger Stadtwerke. „Gasflammen sind schwer löschbar. Grundsätzlich lässt man entflammtes Gas kontrolliert abbrennen. Was brennt, kann nicht explodieren. Manchmal ist allerdings beim Löschen Eile geboten, beispielsweise, wenn Menschen gerettet werden müssen oder ein Übergreifen der Flammen auf Gebäude droht. Für diese Ausnahmefälle wollen wir gewappnet sein und organisieren deshalb Übungen an sicheren, geeigneten Plätzen wie hier am Pilzanger.“
Die Brandschutzexperten der Leipziger Stadtwerke – Christian Kraft und Luise Brandt – zogen nach der Löschübung ein positives Fazit und wollen die Zusammenarbeit mit den Leipziger Feuerwehren intensivieren.