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Havariemanagement – fünf Tipps, wenn’s Wasser mal nicht läuft

von Julia Helwing | 12.01.2026

Donnerstagabend, Anfang Januar im Leipziger Westen. Nach dem Abendessen läuft alles seinen gewohnten Gang: Händewaschen, Wasserkocher einschalten, kurz noch das Glas auffüllen und plötzlich kommt kein Wasser mehr aus dem Hahn!

Havariebaustelle eines Rohrbruchs in Lindenau

Witterungsbedingter Rohrbruch in Leipzig-Lindenau: Entstörungsteam und Baufirma kümmern sich um die havarierte Trinkwasserleitung

Havariebaustelle im Dunkeln

Auch am Wochenende oder nachts: Unsere Vertragsfirmen sind verlässliche Partner bei der schnellen und fachgerechten Schadensbehebung in Havariefällen.

Solche Momente sind in Leipzig und Umgebung zum Glück sehr selten. Leitungshavarien kommen in Leipzig und der Region etwa 500-mal im Jahr vor, etwa aufgrund von Witterungsbedingungen, stark befahrener Straßen über den Leitungen oder aufgrund von Materialermüdung. Bei einem Netz von mehr als 3.600 Kilometern Länge ist dies ein geringer Wert. Dennoch sind die Leipziger Wasserwerke für solche Ausnahmesituationen mit ihrem Havariemanagement vorbereitet.

Geplante Arbeiten und Havarien

Mitarbeitererin der Entstörungsstelle der Wasserwerke am Telefon

Der Entstörungsdienst der Leipziger Wasserwerke ist telefonisch 24 Stunden erreichbar

Grundlegend unterscheiden wir zwischen geplanten Baumaßnahmen und unvorhergesehenen Havarien:

  • Sanierungen und Modernisierungen am Leitungsnetz werden langfristig koordiniert und oft gemeinsam mit der Stadt Leipzig, den Leipziger Verkehrsbetrieben und der Netz Leipzig umgesetzt. Betroffene Gebiete und die Anwohner und Gewerbetreibenden werden rechtzeitig vorab informiert.
  • Bei unvorhergesehenen Rohrbrüchen ist eine Vorabinfo nicht möglich. Dank klarer Abläufe, moderner Technik und engagierter Fachexperten bleiben solche Situationen jedoch beherrschbar. Meldungen gehen in der Leitwarte ein, der 24 Stunden-Entstörungsdienst wird alarmiert und Teams der Wasserwerke sind schnell vor Ort, um die Situation zu prüfen und die Versorgung zügig wiederherzustellen. 

Was tun, wenn es mal nicht läuft

Doch wie können Anwohner in einer solchen Ausnahmesituation handlungsfähig bleiben? Schon kleine Maßnahmen helfen, während wir schon an der Wiederherstellung der Versorgung arbeiten.

Unsere wichtigsten Hinweise:

  1. Ruhe bewahren: Ein klarer Kopf hilft, die Situation richtig einzuschätzen und gute Entscheidungen zu treffen.
  2. Verlässliche Informationen einholen: Über die Leitwarte der Wasserwerke (Entstörungsnummer 0341 969-2100) gibt es gesicherte Informationen aus erster Hand: Welche Grundstücke sind betroffen, kommt ein Trinkwasserwagen zum Einsatz oder wie lange dauert die Unterbrechung voraussichtlich?
  3. Nachbarschaft informieren: Gesicherte Infos können mit der Hausgemeinschaft und Nachbarn geteilt werden, um gemeinsam auf dem Laufenden zu bleiben.
  4. Sinnvoll mit vorhandenen Ressourcen umgehen: Nur wirklich wichtige Tätigkeiten ausführen und kurzfristig Gewohnheiten anpassen.
  5. Auf dem Laufenden bleiben: Die Entstörungsseite der Wasserwerke wird halbstündig aktualisiert. Der aktuelle Stand der Havarie kann dort oder über die Leitwarte (0341 969-2100) und zu den Servicezeiten des Kundendienstes (0341 969-2222) abgefragt werden.
     

Vorab aktiv werden

Mineralwasserflaschen im Kasten

Auch ein ausreichender Trinkwasservorrat gehört zur Selbstvorsorge | Adobe Stock, #241237896

Über das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt es praktische Checklisten zur Selbstvorsorge in Krisen. Neben Nahrungsmittelvorräten oder technischer Ausstattung wird auch ein Wasservorrat empfohlen. Etwa 2 bis 3 Liter Reserve pro Person und Tag zum Trinken und Kochen sollten Haushalte vorhalten. Bei Flaschenwasser sollte aufgrund einer möglicherweise längeren Lagerung Glas den Vorrang bekommen. Für Toilettenspülung oder Gießwasser können auch Wasserreste aus Gießkannen oder Badewannen genutzt werden.

Übrigens: Rohrbrüche sind statistisch gesehen nicht nur ein Winterphänomen, in der warmen Jahreshälfte kann es zum sogenannten „Sommerfrost“ kommen. Wobei Rohrbrüche eigentlich nicht durch Frost, sondern durch Bewegung entstehen: Der Boden arbeitet – im Winter durch Gefrieren, im Sommer durch Austrocknung oder lokale Abkühlung. Diese kaum sichtbaren Veränderungen setzen Leitungen unter Spannung. Sind sie gealtert oder zusätzlich belastet, reicht oft ein minimaler Impuls für den Schaden. Deshalb setzen wir ganzjährig auf vorausschauende Überwachung und schnelles Havariemanagement, um größere Folgeschäden zu vermeiden.

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