Zwischen Clubkultur und Stadtverwaltung: Die Botschaft der Nacht im LVB Podcast
von Sarah Rudolph | 08.12.2025
von Larissa Benz | 30.01.2026
In über 150 Film- und Fernsehproduktionen stand er vor der Kamera, mehr als 50-mal verkörperte er einen Mörder – im echten Leben setzt sich Thomas Darchinger mit Herzblut für Demokratie, Erinnerungskultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt ein. In der neuen Folge unseres Podcasts „Leipziger Bus- und Bahngeflüster“ spricht der Schauspieler mit Moderatorin Julia Menger über die „Mörder-Schublade“, sein Engagement für demokratische Werte und seine Eindrücke von Leipzig.
Ob Polizeiruf 110, Der Bergdoktor oder Die Rosenheim-Cops: Thomas Darchinger war in zahlreichen bekannten Formaten zu sehen – häufig als Täter. „Mich hat man irgendwann in die Mörder-Schublade gesteckt. Und aus der kommt man auch nicht so einfach wieder raus“, erzählt er im Podcast. Gleichzeitig bedeutet diese Festlegung auch, für etwas zu stehen – und regelmäßig gebucht zu werden. Ob es ihm schwerfällt, immer wieder in die Rolle des Bösewichts zu schlüpfen? Genau darin liegt für ihn der Reiz der Schauspielerei: „Jeder hat eine dunkle Seite in sich. Mich interessiert das Menschliche dahinter – was in den Figuren vorgeht, wenn sie fehlgeleitet werden. Ich möchte sie um 360 Grad erfassen. Und natürlich reizt es mich auch, das Publikum zu manipulieren und auf falsche Fährten zu locken.“
Einen bewussten Gegenpol zu seinen TV-Rollen bildet ein Projekt, das Thomas Darchinger besonders am Herzen liegt: ein Live-Hörspiel über einen jüdischen Jugendlichen im Dritten Reich, basierend auf einem Buch, das von Ausgrenzung, Entrechtung und dem vollständigen Verlust demokratischer Werte erzählt. Mit diesem Projekt tourt er durch Deutschland und besucht vor allem Schulen. Der Grund: „Viele junge Menschen wissen nicht, was es bedeutet, wenn Demokratie abwesend ist.“
Sein Ansatz ist dabei nicht belehrend, sondern offen – mit Raum zum Reflektieren, Diskutieren und Fragenstellen: In welcher Welt willst du leben? Und wer willst du in dieser Welt sein?
Seinen ersten Besuch in Leipzig hatte Thomas 1993. Heute ist der gebürtige Bayer deutlich öfter in der Stadt – unter anderem wegen einer Theaterproduktion, für die er regelmäßig in den Pittlerwerken probt. Leipzig erlebt er als grün, offen und am liebsten vom Fahrrad aus.
Besonders prägend sind für ihn die Begegnungen mit den Menschen: „Es gibt kein anderes Bundesland, in dem es so viele herzliche Menschen gibt wie in Sachsen.“
In der neuen Folge „Leipziger Bus- und Bahngeflüster“ erfährst du außerdem, welche überraschenden Skills Thomas neben seinem Schauspieltalent besitzt, warum es manchmal auch hilfreich sein kann, in einer Schublade zu stecken und was ihm an Leipzig ganz besonders gut gefällt.
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