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Chlor im Leitungswasser: Mythos, Maßnahme oder Muss?

von Katja Gläß | 30.01.2026

Gelegentlich wird ein leichter Chlorgeruch im Trinkwasser wahrgenommen. Das kann verunsichern, ist jedoch ein Zeichen dafür, dass das Wasser zuverlässig geschützt wird

Glas unter Wasserhahn
Grundwassermessung

Rohwasserprobe an einem Brunnen vor dem Wasserwerk Canitz.

Warum wird dem Trinkwasser Chlor zugesetzt?

Chlor und Chlordioxid werden zur Desinfektion von Trinkwasser eingesetzt. Auch bei den Leipziger Wasserwerken gehört dies zum regulären Aufbereitungsprozess.

Das Trinkwasser wird in den Wasserwerken im Muldetal gewonnen und über rund 30 Kilometer lange Leitungen nach Leipzig transportiert. Um die hygienische Qualität während dieses Weges zu sichern, wird dem Wasser vorsorglich eine sehr geringe Menge an Desinfektionsmittel zugesetzt. Diese Maßnahme schützt vor Keimen und Bakterien.
„Die eingesetzte Menge ist streng geregelt. Die Trinkwasserverordnung schreibt genau vor, welche Stoffe verwendet werden dürfen und in welchen Konzentrationen. Gleichzeitig gilt das sogenannte Minimierungsgebot: Es wird nur so viel Desinfektionsmittel eingesetzt wie unbedingt notwendig“, sagt Wasserwerke-Laborchef Heiko Schulze
 

Warum ist Chlor manchmal wahrnehmbar und manchmal nicht?

In der Regel baut sich das zugesetzte Desinfektionsmittel während des Transports durch die Leitungen aus dem Muldetal weitgehend ab. Deshalb ist es im Haushalt meist weder zu riechen noch zu schmecken.
In bestimmten Situationen kann es jedoch vorübergehend zu einem wahrnehmbaren Chlorgeruch kommen, zum Beispiel:

Trinkwasserlabor

Wasserwerke-Laborchef Heiko Schulze.

  • nach Arbeiten an Wasserleitungen,
  • bei Wartungs- oder Reparaturmaßnahmen im Versorgungsnetz,
  • oder bei zusätzlicher Desinfektion in kleineren Versorgungsanlagen auf dem Weg zum Haushalt.

Schulze betont: „Da solche Maßnahmen nicht überall gleichzeitig stattfinden, kann es innerhalb des Versorgungsgebiets zu zeitlichen und örtlichen Unterschieden kommen.“
 

Ist Chlor im Trinkwasser gesundheitsschädlich?

Die eingesetzten Mengen liegen deutlich unter den gesetzlich festgelegten Grenzwerten und gelten als gesundheitlich unbedenklich. „Auch bei einem leichten Chlorgeruch bleibt das Trinkwasser uneingeschränkt zum Trinken und Kochen geeignet“, sagt Schulze. Ohne Chlor geht es nicht: Die vorsorgliche Desinfektion ist ein wichtiger Bestandteil der Trinkwasserversorgung und dient dem Schutz der Bevölkerung.

 

Geruchstest im Trinkwasserlabor

Labor-Mitarbeiterin macht eine Riechprobe.

Was hilft bei wahrnehmbarem Chlorgeruch?

Falls der Geruch als störend empfunden wird, helfen oft einfache Maßnahmen:

  • Das Wasser kurz laufen lassen oder einige Minuten stehen lassen.
  • Das Wasser in eine Karaffe füllen und gekühlt aufbewahren – der Chlorgeruch verfliegt meist schnell.
  • Beim Kochen verschwindet der Geruch in der Regel vollständig.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu den im Leipziger Trinkwasser eingesetzten Aufbereitungsstoffen und Desinfektionsmitteln finden sich auf der Website der Leipziger Wasserwerke unter:
Inhaltsstoffe des Wassers | Leipziger Wasserwerke.
 

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