Bodyguards am Beckenrand: Wie Sportbäder Sprungbretter für die Karriere werden können
von Simone Liss | 21.04.2022
von Klara Zerbe | 05.03.2026
Fairness gilt unter Sportlern als oberstes Gebot. Dazu zählt nicht nur das Einhalten gewisser Regeln innerhalb einer Sportart, sondern auch gleiche Start- und Zugangschancen für alle. Für die Leipziger Sportbäder gehört Barrierefreiheit somit zum Selbstverständnis.
Schwimmen ist ein Sport, der viele Menschen begeistert – unabhängig von Alter und Fitnesslevel. Den Leipziger Sportbädern ist es daher ein großes Anliegen, dass alle die öffentlichen Badezeiten in den Leipziger Bädern nutzen und gemeinsam schwimmen können.
Damit dies auch in der Praxis funktioniert, gibt es in den Bädern verschiedene Features, um die Anlagen Menschen mit Behinderung zugänglich zu machen. Aufgrund unterschiedlicher Bauzeitpunkte der Schwimmhallen gibt es jedoch Unterschiede bei der Barrierefreiheit. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich vorab zu informieren, welche Schwimmhalle den eigenen Ansprüchen entspricht. Vor Ort steht zudem in allen Bädern geschultes Personal hilfsbereit zur Seite.
Die ältesten Schwimmhallen der Leipziger Bäderlandschaft, von denen heute noch sechs in Betrieb sind, wurden zwischen 1968 und 1971 erbaut. Zu diesem Zeitpunkt fanden Anforderungen an die Barrierefreiheit noch keine Beachtung. Der sogenannte Systembau-Typ Anklam umfasst die Schwimmhallen Nord, Nordost, Mitte, Süd, Südost und West. Trotz ihrer Bauweise konnten in den letzten Jahren bereits punktuelle Verbesserungen geschaffen werden. Dazu gehören Elemente wie Rollstuhlrampen oder Beckenlifte.
Schwimmhalle Nordost: nachgerüstete Rampe für besseren Zugang
In der Grünauer Welle (seit 1999 in Betrieb) und dem Sportbad an der Elster (2008 eröffnet) konnten gestiegene Anforderungen an die Barrierefreiheit bereits beim Bau umgesetzt werden. Daher ist die Ausstattung dieser Bäder für Menschen mit Behinderung komfortabler als in den Anklam-Hallen. Darunter zählen barrierefreie Umkleiden und Sanitärbereiche, Behindertenparkplätze sowie Rollstuhlwechselräume und taktile Leitsysteme.
Schwimmhalle Nordost: nachgerüstete Rampe für besseren Zugang
Taktile Leitsysteme helfen blinden und sehbehinderten Menschen bei der Orientierung
Die Haltestelle Einertstraße befindet sich direkt vor dem Sportbad am Rabet
Beim Sportbad am Rabet, Leipzigs aktuell modernster Schwimmsporthalle, fanden die Anforderungen an barrierefreies Schwimmen bereits im Planungsprozess Berücksichtigung. Neben Elementen wie Beckenlift, rollstuhlgerechten Umkleiden und Sanitäranlagen zählen auch die ebenerdige Anreise per Tram und das taktile Leitsystem ab der Haltestelle bis zum Beckenrand zur Ausstattung des Bads dazu.
Die Haltestelle Einertstraße befindet sich direkt vor dem Sportbad am Rabet
Alle Informationen zu den jeweiligen Ausstattungen in den einzelnen Schwimmhallen gibt’s online